Ein Blick auf Chinas Möbelproduktion

Die Möbelproduktion Chinas ist in den letzten 20 Jahren rasant gewachsen. Dies lag nicht nur an der vor allem in westlichen Ländern gestiegenen Beliebtheit, sondern auch an einer gewissen Annäherung der chinesischen Bevölkerung an westliche Konsumgewohnheiten. Das dauerhaft hohe Wirtschaftswachstum hat zu gestiegenem Wohlstand bei vielen Leuten geführt, wodurch wiederum die Konsumausgaben und Ansprüche gestiegen sind. Grundsätzlich ist auch ein Trend zu mehr Qualität zu beobachten. Dadurch kam es in den letzten Jahren mehrmals zu Überproduktionen von Möbeln minderer Qualität. Besonders bei jungen Leuten ist der Trend zu beobachten, Möbel im westlichen Stil zu kaufen. Die Tendenz, Möbel aus anderen Kulturkreisen zu kaufen, ist also keineswegs mehr eine westliche Eigenart.

asiatische kommode

Asiatische Kommode

Es gibt in China ca. 50.000 Möbelproduzenten. Hierunter sind allerdings zahlreiche familiäre Kleinbetriebe und nur sehr wenige Großbetriebe. Trotzdem ist der Möbelexport Chinas sehr hoch, während der Import sehr niedrig ist. Der Möbelimport Chinas beschränkt sich im Wesentlichen auf hochwertige Designermöbel. Ein Großteil der Möbeleinfuhr wird in der wegen ihrer internationalen Bedeutung teilweise westlich geprägten Stadt Shanghai verkauft. China gehört eindeutig zu den größten Möbelexporteuren weltweit. Ein Großteil der Möbelproduktion basiert auf konkreten Aufträgen bekannter westlicher Möbel-Marken.

Die Absatzstrukturen innerhalb Chinas sind durchaus mit denen im Westen vergleichbar. Große Möbelmärkte und Handelsketten sowie Ausstellungen der Branche dominieren den Verkauf. Auch einige westliche Handelsketten, die Möbel anbieten, sind mittlerweile in China vertreten. Für den Möbelverkauf innerhalb Chinas ist auch die Tatsache von Bedeutung, dass Chinas Mittelschicht dabei ist, ihre oft beengten Wohnverhältnisse aufzugeben und vor allem an den Rändern von Städten in Einfamilienhäuser zieht. Der größere Wohnbereich erfordert dann natürlich die Anschaffung zusätzlicher Möbel. Eine zunehmende Bedeutung bekommt auch der Verkauf von Deko-Gegenständen für den Wohnbereich.

In China sollen westliche Möbel als Status- und Glückssymbol gelten. Ist es bei uns in Bezug auf China-Möbel nicht genauso?

Das Reich der Mitte und sein Wohnstil

Das Land, das in den letzten Jahrzehnten einen beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung hingelegt hat, ist für viele Deutsche trotz eines gewissen Interesses immer noch ziemlich unbekannt. Um dies zu ändern, möchte ich heute den traditionellen Wohnstil in China vorstellen.

Eine natürlich wirkende Schlichtheit, sowie das Streben nach Ausgeglichenheit und Harmonie sind Merkmale des Asien-Stils, die auch für China-Möbel typisch sind. Das Land kann auf sehr alte Traditionen zurückgreifen. Dies gilt auch für die Einrichtung des Wohnbereichs. Bereits zur Zeit des europäischen Mittelalters standen das Streben nach Bequemlichkeit und das Ermöglichen einer ausgeglichenen Körperhaltung im Mittelpunkt der Möbelfertigung. Interessant ist sicher auch die Tatsache, dass zum Bau von Häusern und Möbeln sowie für die Herstellung kleinerer Gebrauchs- und Schmuckgegenstände immer der gleiche Holztyp verwendet wurde.

Ähnlich wie in Europa gab es in China unterschiedliche Epochen mit verschiedenen Stilen. So unterscheidet sich der Stil der Ming-Dynastie vom Stil der Zeit des Qings. Der Ming-Stil lässt sich als leicht und stolz charakterisieren – der Qing-Stil gilt als schwer und überladen. Der Ming-Stil dürfte der in Europa bekannteste Kunststil sein (Stichwort: Ming-Vase). Chinesische Möbel hatten stets eine dekorative Funktion. Jedes einzelne Möbelstück spielt eine wichtige Rolle in der Inneneinrichtung. Eine Besonderheit war die Tatsache, dass bei der Herstellung der China-Möbel kaum Nägel verwendet wurden. Stattdessen setzte man auf Holzverzapfungen – im Groben vergleichbar mit den Verzapfungen europäischer Fachwerkhäuser.

Jetzt ein paar Sätze zu wichtigen Möbelstücken, die auch in Deutschland täglich genutzt werden:

Tische hatten im alten China für unterschiedliche Zwecke unterschiedliche Formen. So kann man grundsätzlich sagen, dass quadratische Tische als Schreib- oder Spieltische dienten. Runde Tische dienten gewöhnlich als Esstische und rechteckige kleinere Tische dienten als Altartische religiösen Zwecken. Ein besonderes Möbelstück mit Tradition ist der sehr flache Opiumtisch. Es wird allerdings bezweifelt, dass der Name durch das Rauchen von Opiumpfeifen an solchen Tischen entstanden ist.

Sitzmöbel, besonders Stühle, hatten eine größere Sitzfläche als europäische Sitzgelegenheiten. Man sollte bei Bedarf mit gekreuzten Beinen sitzen können und sorgte so für mehr Bequemlichkeit. Es mag viele überraschen, dass der Ursprung des Sessels in Asien liegt. Es entwickelte sich aus einem ursprünglichen Klappsessel im Laufe der Zeit die heutige Form. Die Höhe der Sessel-Sitzfläche stand im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Stellung eines Menschen.

Betten hatten im alten China eine besondere Bedeutung. Auffällig war, dass die Betten häufig nur von einer Seite zugänglich waren und die drei anderen Seiten abgeschlossen waren. Solche Betten lassen sich leicht mithilfe von Vorhängen in eine vom Rest des Schlafraums isolierte Umgebung verwandeln, was auch häufig getan wurde. Bei Hochzeiten waren Betten ein wichtiger Bestandteil der Mitgift. Absolut unüblich war es, gegenüber dem Bett einen Spiegel aufzustellen. Man glaubte, dass ein Spiegel dem schlafenden wichtige Energie entzieht.

China und seine Skulpturen–Armee

Zu den weltweit bekanntesten asiatischen Skulpturen zählt die Terrakotta Armee des chinesischen Kaisers Qin. Er war der erste Herrscher, der den Titel Kaiser tragen durfte. Qin begründete die Qin-Dynastie und stand am Anfang der Ära der chinesischen Kaiserreiche. Er lebte vor über 2200 Jahren und wurde nur 49 Jahre alt. Sein Staat fasste erstmals alle von Chinesen bewohnten Gebiete in einem Reich zusammen. Unter Kennern der chinesischen Geschichte ist die Qin-Dynastie als die Zeit der „Streitenden Reiche“ bekannt. Beerdigt wurde er mitten in einer riesigen Sammlung asiatischer Skulpturen – der Terrakotta Armee.

Der Fundort liegt in der Nähe der Provinzhauptstadt Xian, die den Figuren weltweit den Namen Xian-Krieger gab. Dort wurde im Jahr 1974 beim Bau eines Brunnens die Grabstätte entdeckt. Beeindruckend ist neben dem hohen Alter der Funde auch die Größe der Anlage. Knapp 40 Jahre nach ihrer Entdeckung konnte erst ein Viertel der Grabstätte freigelegt werden. Fachleute vermuten, dass der Bau der Anlage 36 Jahre dauerte und auf der Baustelle ca. 700.000 Arbeiter beschäftigt waren. Die Anlage umfasst eine Fläche von 56 km². Bisher wurden 7278 lebensgroßen Terrakotta-Krieger, 130 Kampfwagen aus Holz, fast 500 Pferde aus Terrakotta und zahlreiche weitere Beigaben aus Bronze gefunden.

Ich bekomme nach diesen beeindruckenden Zahlen Lust, mir selber ein paar chinesische Skulpturen zuzulegen. Man kann sie ja in praktisch jedem Raum aufstellen und bei entsprechender Robustheit des Materials auch im Garten.

Die Terrakotta-Armee ist von der Zahl der Soldaten her durchaus vergleichbar mit einer echten Armee der damaligen Zeit. Die Krieger waren alle mit einer schützenden Glasur überzogen, die sich jedoch innerhalb sehr kurzer Zeit nach den Ausgrabungen auflöste. Im Jahr 2004 haben deutsche und chinesische Wissenschaftler ein Verfahren entwickelt, mit dem die Glasur bei den vielen noch nicht ausgegrabenen Figuren erhalten werden kann.

Das eigentliche Grab des Kaisers Qin wurde bisher nicht entdeckt. Es gibt viele Grabhügel, die nur geschaffen wurden, um Grabräuber vom tatsächlichen Grab abzulenken.

In weltweiten Ausstellungen werden aus verständlichen Gründen nur Nachbildungen gezeigt. Die Original Figuren kann man in China bewundern. Sie stehen im restaurierten Zustand am Original Fundort. Für China-Fans und China Reisende ein absolutes kulturelles Highlight.

Chinesischer Lebensstil – Chinas Esskultur

Was hat Essen mit der Wohnungseinrichtung zu tun, werden sich jetzt einige Leser dieses Blogs erstaunt fragen. Auf den ersten Blick natürlich nichts. Wenn man aber bedenkt, dass Chinas gesamte Kultur in Europa immer bekannter und beliebter wird, liegt es nahe, diese Kultur einmal als Ganzes mit ihren vielen Seiten zu betrachten. Die Wohnkultur ist ein wichtiger Teil davon aber bei Weitem nicht alles.

Fans der chinesischen Esskultur möchte ich empfehlen, chinesische und asiatische Möbel und Einrichtungsgegenstände in Ihrer Küche zu platzieren, um so eine passendere Atmosphäre zu schaffen. Man muss ja nicht gleich die für Deutschland typische Küchenkultur aufgeben und beispielsweise seine Küchenzeile rausreißen. Geschickt platzierte kleinere Möbel und Gegenstände sind völlig ausreichend, um eine harmonische China-Atmosphäre zu schaffen.

Eine Besonderheit  von Chinas Küche ist, dass Nahrungsmittel gleichzeitig als milde Arzneien gelten. Allem Essbaren wird eine Wirkung auf den Menschen zugeschrieben – die sogenannte Qi-Kraft. Probleme in Sachen Gesundheit werden auch durch Veränderungen in der Ernährung gelöst. So ist das Streben nach Heilsamkeit ein besonderes Merkmal dieser Esskultur.

Allerdings sind die Vorlieben bei einem sehr großen Volk von 1,3 Milliarden Einwohnern regional sehr unterschiedlich. So bevorzugt beispielsweise der Süden Chinas eher milde Geschmacksrichtungen, der  Westen eher scharfe. Die landesweiten Gemeinsamkeiten sind die bereits erwähnte Stellung der Lebensmittel als Medizin, eine allgemein große Wertschätzung des Essens, sowie die Verwendung frischer Nahrungsmittel.

Ein weiteres Hauptmerkmal ist das anteilig gleiche Verhältnis von Reis, Gemüse und Fleisch. Die für viele Europäer wichtigen Nährwerte wie beispielsweise der Fettanteil spielen in der chinesischen Küche keine Rolle. Stattdessen stehen Qualität und Geschmack im Mittelpunkt.

Zahlreiche für die China-Küche typische Nahrungsbestandteile sind sehr gesund. Reis enthält beispielsweise kein Fett stattdessen aber zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.

Freunde der chinesischen Esskultur können selbstverständlich chinesische und asiatische Möbel und Einrichtungsgegenstände in Ihrer Küche platzieren, um eine passende Atmosphäre zu schaffen.

 

Der chinesische Stil

Nachdem ich in meinem letzten Post den asiatischen Stil in seinen Grundzügen vorgestellt habe, möchte ich heute den traditionellen Wohnstil in China näher betrachten.

Eine natürlich wirkende Schlichtheit, sowie das Streben nach Ausgeglichenheit und Harmonie sind Merkmale des Asien-Stils, die auch für China typisch sind.

China kann bekanntlich auf eine sehr alte Tradition zurückgreifen. Dies gilt auch für die Einrichtung des Wohnbereichs. Bereits zur Zeit des europäischen Mittelalters standen das Streben nach Bequemlichkeit und das Ermöglichen einer ausgeglichenen Körperhaltung im Mittelpunkt der Möbelfertigung. Interessant ist sicher auch die Tatsache, dass zum Bau von Häusern und Möbeln sowie für die Herstellung kleinerer Gebrauchs- und Schmuckgegenstände immer der gleiche Holztyp verwendet wurde.

Ähnlich wie in Europa gab es in China unterschiedliche Epochen mit verschiedenen Stilen. So unterscheidet sich der Stil der Ming-Dynastie vom Stil der Zeit des Qings. Der Ming-Stil lässt sich als leicht und stolz charakterisieren – der Qing-Stil gilt als schwer und überladen. Chinesische Möbel hatten stets eine dekorative Funktion. Jedes einzelne Möbelstück spielt eine wichtige Rolle in der Inneneinrichtung. Eine Besonderheit war die Tatsache, dass bei der Herstellung der Möbel kaum Nägel verwendet wurden. Stattdessen setzte man auf Holzverzapfungen – im Groben vergleichbar mit den Verzapfungen europäischer Fachwerkhäuser.

Nun ein paar Sätze zu wichtigen Möbelstücken, die auch in Deutschland täglich genutzt werden:

Tische hatten im alten China für unterschiedliche Zwecke unterschiedliche Formen. So kann man grundsätzlich sagen, dass quadratische Tische als Schreib- oder Spieltische dienten. Runde Tische dienten gewöhnlich als Esstische und rechteckige kleinere Tische dienten als Altartische religiösen Zwecken. Ein besonderes Möbelstück mit Tradition ist der Opiumtisch. Dessen Name wohl durch das Rauchen von Opiumpfeifen an solchen Tischen entstanden ist.

Sitzmöbel, besonders Stühle, hatten eine größere Sitzfläche als europäische Sitzgelegenheiten. Man sollte bei Bedarf mit gekreuzten Beinen sitzen können und sorgte so für mehr Bequemlichkeit.

Es mag viele überraschen, dass der Ursprung des Sessels in Asien liegt. So entwickelte sich aus einem ursprünglichen Klappsessel im Laufe der Zeit die heutige Form. Die Höhe der Sessel-Sitzfläche stand im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Stellung eines Menschen.

Betten hatten im alten China eine besondere Bedeutung. Auffällig war, dass die  Betten häufig nur von einer Seite zugänglich waren und die drei anderen Seiten abgeschlossen waren. Solche Betten lassen sich leicht mithilfe von Vorhängen in eine vom Rest des Schlafraums isolierte Umgebung verwandeln, was auch häufig getan wurde. Bei Hochzeiten waren Betten ein wichtiger Bestandteil der Mitgift. Absolut unüblich war es, gegenüber dem Bett einen Spiegel aufzustellen. Man glaubte, dass ein Spiegel dem schlafenden wichtige Energie entzieht.