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Kaum ein Deutscher kennt Kapok. Schade! Denn in Thailand verschafft die Baumfrucht Millionen von Menschen täglich einen wunderbaren Schlaf. Und damit wir uns richtig verstehen: Nein, Kapok wird nicht gegessen. *zwinker

Kapok ist in jedem thailändischen Schlaf- und Wohnzimmer in Matratzenform anzutreffen – und zwar als Naturfaser.

In Europa ist das Wissen um Kapok leider fast komplett verloren gegangen. Wie blöd eigentlich, denn die farbenfrohen Thaikissen- und Matratzen mit Kapok-Füllung sind echte Allroundtalente! 

Sie eignen sich perfekt zum Entspannen, Lesen, Fernsehen, Schlafen, Yoga und Meditation, Zelten, Van-Touren und und und…

Was Kapok für dich tuen kann, erfährst du in diesem Artikel! 

Inhaltsverzeichnis

1. Woher kommt Kapok? 

Der Kapokbaum stammt vermutlich aus dem tropischen Regenwald Mittel- und Nord-Südamerikas und verbreitete sich bis nach Westafrika. Allerdings könnte es auch umgekehrt sein und der Baum stammt aus West- und Zentralafrika. So sicher ist das nicht. Mittlerweile ist er jedenfalls in den gesamten Tropen anzutreffen. 

Der Ceiba pentandra – so sein biologischer Name – ist ein lichtbedürftiger Baum, der während der Regenzeit viel Regen benötigt. Dann wächst er aber auch gigantisch in bis zu Höhen von 4000 Metern. Kapokbäumeproduzieren bis zu 20kg Kapok im Jahr. Das ist eine beeindruckende Leistung, denn für 1kg Kapok werden 250 Schoten benötigt. 

Die Wortherkunft von „Kapok“ stammt aus der malaischen Sprache (kapuk) und wird dort Pflanzendaune genannt. Kapok ist die Hohlfaser des Kapokbaums. Sie wird aus den langen Fasern der Kapokfrüchte des Baumes gewonnen.

Die Kapokfaser selbst ist glatt, hat eine dünne Zellwand und ist transparent mit einem großen Volumen. Die durchschnittliche Länge der Faser beträgt 19 mm. Wegen des Lufteinschlusses von 80 % gilt die Kapokfaser nach Pappelflaum als leichteste natürliche hohle Textilfaser der Welt.

Möbel aus Asien im Asia Wohnstudio

2. Was kann Kapok?

Kapok ist eine Naturfaser: In der Kapokschote ist nämlich der Kapok Samen von seidig glänzenden Fasern umgeben, die ihn ähnlich wie bei der Baumwolle schützen sollen. 

Im Gegensatz zur Baumwollfaser nimmt Kapok jedoch kein Wasser oder andere Feuchtigkeit auf und ist somit schwimmfähig. Aus diesem Grund war Kapok lange Zeit das traditionelle Füllmaterial von Schwimmwesten und Rettungsringen.

Heute wird Kapok für Bettwaren wie Kapokkissen, Kapokmatratzen und Polsterungen verwendet. Denn die Kapokfaser ist sehr weich und leicht, innen hohl, voluminös und außen von einer Wachsschicht umgeben, weshalb sie sehr glatt ist und seidig glänzt.

Zudem wiegen Kapokfasern nur einen Bruchteil von Baumwolle und sind äußerst wärmerückhaltend und aufgrund des Einschlusses von Luft isolierend. Ideal für heißere Tage! Die atmungsaktiven Eigenschaften von Kapok erleichtern es nämlich, überschüssige Körperwärme an die Umgebung abzugeben und so Nachtschweiß zu verhindern.

Zudem wird Feuchtigkeit durch die Wachsbeschichtung von Kapok nicht aufgenommen, sondern direkt weitergeleitet, wodurch die Verbreitung von Bakterien und Milben verhindert werden kann.

3. Ist Kapok ökologisch? 

Ernte und Verarbeitung

Die Fruchtkapseln des Kapokbaumes müssen per Hand geerntet werden. Danach werden sie geöffnet und an der Sonne getrocknet. Im Anschluss werden in einer Gebläsekammer die Samen von den Fasern getrennt. 

That’s it!

Eine weitere Behandlung der Fasern ist nicht nötig – sie benötigen keine zusätzliche Wäsche und keine chemische Verarbeitung. Wie du siehst: Die Verwendung ist ökologisch und nachhaltig

Zudem wird der Kapokbaum nicht auf Plantagen kultiviert, sondern Kapok wächst wild. Die Kapok-Ernte von Hand verhindert den Einsatz großer Maschinen. Auch auf den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden kann bei Kapok verzichtet werden. 

Der Vorteil für dich als Kunden ist: Das Rohmaterial ist frei von chemischen Düngemitteln oder sonstigen Rückständen der Pflanzenzucht.

Wissen solltest du zudem, dass Kapokbäume besonders groß und ausladend heranwachsen. Dadurch bindet Kapok sehr viel CO2 innerhalb der Luft und trägt zum Klimaschutz bei.

Ein weiterer Pluspunkt von Kapok: Der hohe Ertrag des Kapokbaumes schafft einen guten Lebensunterhalt für die Bauern und macht den Baum zum Fällen zu wertvoll. 

Nebenbei können die Bauern aus den Kapoksamen Öl gewinnen, dass sich als Lampenöl oder zur Herstellung von Seifen eignet. Die heimische Bevölkerung wird also durch das Sammeln und Aufbereiten der Kapokfasern komplett in die Wertschöpfungskette mit eingebunden.  

4. Warum kennt kaum jemand Kapok? 

Kapok geriet jahrelang in Vergessenheit und wurde insbesondere von den Chemiefasern vom Markt gedrängt. Hintergrund ist, dass sich Kapokbäume nicht wie gewohnt auf Plantagen züchten lassen. Deshalb stammen nahezu alle gehandelten Kapokfasern aus Wildsammlungen. Der Vorteil wurde also Langezeit als Nachteil ausgelegt. 

Zudem konnte die Faser von Kapok bis 2006 nicht gesponnen werden – glücklicherweise ist das seitdem anders. 

Dank neuster Technologie werden Kapokfasern in Mischgeweben verwendet, wodurch die Stoffe weicher werden und angenehmer zu tragen sind.

5. Vor- und Nachteile der Pflanzenfaser

 Vorteile:

      • Feuchtigkeitsabweisend: Weil die Faser kein Wasser aufnimmt, ist sie schwimmfähig.
      • Hygienisch: Die wachsartige Oberfläche ist auch dafür verantwortlich, dass Mikroorganismen wie Pilze, Viren und Bakterien darauf keinen Nährboden finden.
      • Atmungsaktiv.
      • Im Sommer sorgt die Faser für ein kühles, im Winter für ein wärmendes Gefühl.
      • Temperaturausgleichend: Sie leitet in Kopfkissen die Feuchtigkeit weiter und hilft so, Wärme und Feuchtigkeit zu regulieren.
      • Hohe Nachgiebigkeit: Weil die Kapok-Fasern so fein sind, fühlt sich Kapok einmalig weich, voluminös und zart an. 
      • Ökologisch: Kapok kann unbehandelt verwendet wern.

 

Nachteile:

      • Die Wachsschicht macht die Faser leicht entflammbar.
      • Außerdem stauben Kapokdaunen mehr als Baumwolle, Daunen und Wolle.
      • Obwohl die Faser verwebt werden kann, gibt es keine 100-prozentigen Kapoktextilien, da die Faser dafür nicht geeignet ist. Aber: Das Mischen mit anderen Materialien wie zum Beispiel Baumwolle kann enorme Mengen an Wasser sparen. Wenn zum Beispiel 1 Kilogramm Baumwolle, die für die Herstellung von vier T-Shirts benötigt wird, mit nur 30 Prozent Kapok vermischt wird, werden satte 3.000 Liter Wasser eingespart, was 15 vollen Badewannen entspricht. Also doch wieder ein Vorteil.
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6. Wie kann man Kapok waschen?

Wie pflege ich meine Kapokprodukte am besten?

Kapok liebt im Gegensatz zur Daune die pralle Sonne. Deshalb solltest du deine Matratzen, Unterbetten, Steppdecken, Meditations- und Kopfkissen mehrmals jährlich lüften und wenn möglich, dem direkten Sonnenlicht aussetzen – hehe vielleicht im Sommer?!

Warum solltest du das tun? Die Faserfüllung bleibt dadurch locker und die natürliche Regenerierung wird gefördert. Regelmäßiges Klopfen und Abbürsten von Matratzen, Aufschütteln von Decken und Kopfkissen reichen zudem als Pflegemaßnahmen aus.

Eine Reinigung mit Wasser oder Waschmittel ist nicht nötig. Denn das Material nimmt dank der natürlichen Wachsschicht quasi keinen Schmutz auf. 

6. Für wen eignet sich Kapok?

Ganz einfach: Generell für jeden.

Besonders geeignet sind die Kapok-Produkte für Hausstaub-Allergiker, denn diese benötigen Bettwaren, die man waschen kann.

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